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Al-Risala ​

Autor: Ibn Abi Zayd al-Qayrawani (gest. 386 n.H.)

Charakterisierung ​

Oft als "der kleine Malik" (Malik al-Saghir) bezeichnet. Ein prägnantes Handbuch, das ursprünglich als Leitfaden für Studenten verfasst wurde, um die Grundlagen von Glauben und Recht zu erlernen.

Aufbau und Inhalte ​

1. 'Aqida (Glaubenslehre) ​

Das berühmte erste Kapitel ("Muqaddimah") legt das Fundament der sunnitischen Glaubenspraxis:

  • Tawhid: Die Einzigartigkeit Allahs und Seine Attribute ohne Vermenschlichung.

  • Qur'an: Das unerschaffene Wort Gottes.

  • Qadar: Der Glaube an die göttliche Vorherbestimmung.

  • Eschatologie: Grabesprüfung, Waage (Mizan), die Brücke (Sirat) sowie Paradies und Hölle.

  • Iman: Definiert als Überzeugung im Herzen, Bekenntnis mit der Zunge und Handeln mit den Gliedmaßen.

2. Fiqh (Jurisprudenz) ​

In 44 Kapiteln wird die praktische Anwendung des Rechts behandelt:

  • Ibadat: Umfassende Rulings zu Reinheit (Taharah), Gebet (Salat), Zakat, Fasten und Hajj.

  • Mu'amalat: Ehe- und Scheidungsrecht, Handelsrecht (Buyu'), Erbrecht und Strafrecht.

3. Adab und Ethik (Einzigartigkeit der Risala) ​

Ein besonderes Merkmal sind die abschließenden Kapitel zur täglichen Lebensführung:

  • Soziale Umgangsformen: Begrüßung (Salam), Betreten von Häusern, Kleidung.

  • Ethik: Träume, Niesen, Gähnen und der Umgang mit Tieren.

  • Medizin: Erlaubte Heilmethoden und Ruqyah.

Bedeutung ​

Die Risala ist seit über einem Jahrtausend das Standard-Einstiegswerk. Sie verbindet Rechtssicherheit mit spiritueller und ethischer Erziehung.

Wissenschaftliche, überparteiliche Enzyklopädie der fünf Rechtsschulen.