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Taharah (Rituelle Reinheit) in der Ja'fari-Schule

Die schiitische Ja'fari-Schule hat bei der Waschung (Wudu) einige der bekanntesten Unterschiede zur sunnitischen Praxis, basierend auf der grammatikalischen Deutung des Qur'ans und den Lehren der Ahl al-Bayt.


2. Wudu (Die kleine rituelle Waschung)

Fard (Wajib - Verpflichtend)

  1. Die Niyyah (Absicht).
  2. Waschen des Gesichts: Von oben nach unten.
  3. Waschen der Arme (Ghasl):
    • Besonderheit: Zwingend von den Ellbogen abwärts bis zu den Fingerspitzen.[^1]
  4. Streichen über den Kopf (Mash): Mit der restlichen Nässe über das vordere Viertel.[^2]
  5. Streichen über die Füße (Mash):
    • Die größte Besonderheit: Die Füße dürfen nicht gewaschen (Ghasl) werden. Es ist zwingend Fard, über die Füße zu streichen (Mash).[^3]
    • Das Streichen über Socken ist absolut verboten.[^4]

4. Ghusl (Die große rituelle Waschung)

Wichtig für das Gebet

  • Nach der Mehrheitsmeinung der zeitgenössischen schiitischen Gelehrten ersetzt der Ghusl al-Janabah das Wudu vollständig.[^5]

[^1]: Basierend auf den Überlieferungen von Imam Ja'far al-Sadiq, der lehrte, dass der Prophet ﷺ seine Arme beim Wudu von oben (Ellbogen) nach unten wusch. [^2]: Dies stützt sich auf die grammatikalische Analyse von Qur'an 5:6, wobei das "bi" in "bi ru'usikum" als Teilungs-Präfix gewertet wird (über einen Teil des Kopfes). [^3]: Beweis (Dalil): Die Ja'fari-Gelehrten beziehen sich auf die Lesart von Qur'an 5:6, in der "arjulikum" (eure Füße) mit dem "Kopf" (ru'usikum) durch denselben grammatikalischen Fall (Jarr) verbunden ist. Somit gilt der Befehl zum Streichen (Mash) für beides. [^4]: Imam Ja'far al-Sadiq sagte: "Streiche nicht über deine Socken, denn Allah hat im Qur'an das Streichen über die Haut befohlen." [^5]: Dies stützt sich auf zahlreiche Ahadith der Ahl al-Bayt, die besagen: "Welche Reinheit ist besser als der Ghusl?"