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Salah (Das Gebet) in der Maliki-Schule

Die Maliki-Schule zeichnet sich im Gebet durch einige sehr sichtbare Alleinstellungsmerkmale aus, am bekanntesten ist das "Sadl" (das Herabhängenlassen der Arme anstatt sie zu falten) und die Abneigung gegen die Basmalah am Anfang der Fatihah.


1. Vorbedingungen (Shurut)

Fard (Absolut verpflichtend)

  1. Rituelle Reinheit (Wudu/Ghusl).
  2. Reinheit von Körper, Kleidung und Gebetsplatz von Najasah.[^1]
  3. Bedeckung der 'Awrah.
  4. Sicheres Wissen über den Eintritt der Gebetszeit.
  5. Ausrichtung zur Qiblah (Kaaba).

2. Die Säulen (Fara'id/Arkan) des Gebets

Wird ein Fard weggelassen (egal ob absichtlich oder aus Vergessenheit), ist das Gebet ungültig.

  1. Die Niyyah (Absicht).
  2. Takbirat al-Ihram ("Allahu Akbar").
  3. Qiyam (Stehen) während des ersten Takbirs und der Fatihah.
  4. Rezitation der Al-Fatihah: Sie ist Fard in jeder Raka'ah.[^2]
  5. Ruku' (Verbeugung).
  6. I'tidal / Raf' (Das Aufrichten aus dem Ruku.).
  7. Sujud (Die Niederwerfung - nur die Stirn ist zwingend Fard, die anderen Körperteile wie Nase, Hände, Knie, Zehen sind Sunnah!).
  8. Julus (Das Aufrichten zwischen den zwei Sujuds).
  9. Tuma'ninah (Ruhe): Das Verharren in völliger Bewegungslosigkeit in Ruku', I'tidal, Sujud und Julus.
  10. Das letzte Sitzen (in der Länge des Salams).
  11. Der erste Salam ("As-Salamu 'alaikum").
  12. Die Reihenfolge (Tartib).

3. Die Sunnah-Handlungen im Gebet

Sunnah Mu'akkadah (Betonte Sunnah)

Wird eine (oder mehrere) dieser Sunnahs weggelassen, sollte dies durch eine Vergesslichkeits-Niederwerfung (Sujud as-Sahw) kompensiert werden.

  1. Die Rezitation einer zusätzlichen Surah nach der Fatihah in den ersten zwei Raka'at.
  2. Das laute Rezitieren (Jahri) in Fajr, Maghrib und 'Isha.
  3. Das leise Rezitieren (Sirri) in Zuhr und 'Asr.
  4. Jeder Takbir (außer dem ersten Takbirat al-Ihram).
  5. Sprechen von "Sami'allahu liman hamidah" beim Aufrichten aus dem Ruku' (für Imam und Einzelbeter).
  6. Das erste Sitzen (Tashahhud Ula) in einem 3/4-teiligen Gebet.
  7. Das Rezitieren des Tashahhud (sowohl das erste als auch das letzte Mal).

Mandub / Mustahabb (Empfohlen)

  • Sadl (Hängende Arme): Nach der vorherrschenden Meinung (Mashhur) in der Maliki-Schule ist es Mandub (empfohlen), die Arme im Stehen (Qiyam) bei Fard-Gebeten locker an den Seiten hängen zu lassen.[^3]
  • Das Heben der Hände (bis zu den Schultern) nur beim ersten Takbirat al-Ihram.
  • Sprechen von "Rabbana wa lakal hamd".

4. Makruh (Verpönte Handlungen im Gebet)

  1. Die Basmalah und Ta'awwudh: Es ist Makruh (verpönt), vor der Fatihah oder der Zusatzsurah im Fard-Gebet "A'udhu billah" oder "Bismillah" zu sagen.[^4]
  2. Das Falten der Hände (Qabd) im Fard-Gebet (wie oben erwähnt).

5. Das Witr-Gebet

  • Das Witr-Gebet ist eine Sunnah Mu'akkadah.
  • Es besteht aus 3 Raka'at, wird aber strikt getrennt gebetet: Erst 2 Raka'at (Shaf') mit Salam am Ende. Danach steht man auf und betet 1 einzelne Raka'ah (Witr) mit einem eigenen Salam.[^5]
  • Der Qunut im Fajr: Im Gegensatz zum Witr ist das Sprechen des Qunut im Fajr-Gebet Mandub (empfohlen). Er wird leise (sirr) gesprochen, und zwar vor dem Ruku' der zweiten Raka'ah.[^6]

[^1]: Die Malikiten stufen die Beseitigung von Najasah als Wajib ein, wobei das Gebet bei Unwissenheit oder Unfähigkeit zur Beseitigung gültig bleibt (Besonderheit der Schule). [^2]: Imam Malik stützt sich auf den Hadith: "Kein Gebet für denjenigen, der nicht die Eröffnung des Buches (Al-Fatihah) liest." (Sahih al-Bukhari). [^3]: Beweis (Dalil): Dies basiert auf dem 'Amal (der Praxis) der Leute von Medina, die Imam Malik so vorfand. Er sah die Gelehrten Medinas mit hängenden Armen beten. [^4]: Imam Malik begründete dies damit, dass er die Leute von Medina ('Amal) nicht sah, wie sie die Basmalah im Fard-Gebet rezitierten. [^5]: Dies folgt der Praxis von Ibn 'Umar und den Bewohnern Medinas. [^6]: Basierend auf einer Überlieferung über die Praxis von Kalif 'Umar ibn al-Khattab.